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Der iPad und die Zukunft der technischen Kommunikation

Übersetzung vom Original “Dan Tonkery on the iPad and the Future of Technical Publications” vom DCLnewsBLOG.

Der mit Spannung erwartete iPad ist herausgekommen! Konsumenten, Herausgeber und Spieleentwickler sind auf Wolke sieben. Was kann die Technische Kommunikation erwarten?

Der iPad ist endlich da. Dieser magisch und revolutionäre Tablet-Computer der nächsten Generation mit seiner Online-Bibliothek mit Büchern und Zeitschriften, Musikladen und Theater von Apple ist nun verfügbar. Industrie-Experten behaupten dieses Gerät wird die Zukunft der Pulikationen ändern und kann das transformierende Produkt für unsere Gesellschaft sein, entsprechend der Einführung des Fernsehens oder des Druckes selbst.

Das iPad ist ein sehr gut anzusehendes Produkt, das in mehreren Bereichen wie Unterhaltung, Geschäft und Bildung eingesetzt werden kann. Das Gerät ist ein 9,7-Zoll-Touchscreen-Tablet-Computer mit einem Multimedia-E-Reader und mobilem Internetbrowser. Seit Apples Release des iPhone im Jahr 2007 sind sie zum Marktführer bei den mobilen Geräte geworden und die Lancierung des iPad wird diese Führungsposition weiter ausbauen.

In den USA sind über 200’000 iPads vorbestellt worden und für 2010 wird erwartet, dass über 5 Millionen verkauft werden. Apple Insider reden von einem erwarteten Verkauf von acht bis zehn Millionen Stück. Während in den Vereinigten Staaten der iPad bereits verkauft wird, starten die Verkäufe in Deutschland und der Schweiz  Ende Mai.

Das im Jahr 2007 gestartete Geschäft mit den iPhone-App ist bereits ein Milliarden-Dollar-Geschäft und Anwendungsentwickler haben bereits über 150’000 Anwendungen für das iPhone hergestellt. Das Geschäft mit den Apps hat eine ganz neue Branche geschaffen. Apps wurden rund zwei Millliarden Mal heruntergeladen, und die meisten dieser Anwendungen funktionieren auf dem iPad. Bei den Entwicklern gibt es derzeit einen Goldrausch beim Herstellen von Anwendungen für diese neue Plattform. Apple gibt – wie bei jedem neuen Produkt – keine vorgängigen Information über das iPad heraus, bieteten jedoch den Entwicklern eine Emulationssoftware.

Wer sind also die “Early Adopters” und die Entwickler des iPads?
Eine große Gruppe von Verlagen arbeiten an neuen Anwendungen und sehen eine lohnende Möglichkeit Zeitungen, Zeitschriften und E-Books neu zu erfinden und mit Multimedia-Touchscreen und gemischten Videoinhalten, 360-Grad-Spaziergängen und neuen Produkte mit eingebettetem Ton, Video und Streaming zu ergänzen. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für Buchverlage, Zeitschriften und Zeitungen wie die New York Times, Macmillan und Penguin, um spannende neuen Produkte zu entwickeln, welche die Gelegenheit bieten mit Ihren Web-Anwendungen Geld zu verdienen und den Trend umzukehren, dass alles auf dem Netz kostenlos ist.

Verleger sind nicht die einzige Gruppe die über die neue Plattform begeistert sind. Videospielentwickler, Händler und Ausbildner bauen Apps für diese neue Plattform. Was sicher ist, dass die Multimedia-Produkte eine Kombination von Text, Audio, Bilder, Animation, Video und interaktiven Inhalte bieten werden. Die Palette der verfügbaren Tools geben Entwicklern nun die kreativsten Möglichkeiten seit jeher und auch die Möglichkeit die Technologie voran zu treiben.

Die erste Version des iPad wird nicht perfekt sein, viele Nutzer wollen Features wie eine Kamera, Multitasking, ein GPS, Unterstützung für Adobe Flash, aber es gibt genügend Funktionen damit die Benutzer den iPad kaufen. Die “Early Adopters” und Marktführer haben ihre Bestellungen aufgegeben. Viele Unternehmen, die in großen Mengen zu kaufen wollten, wurden abgewiesen. Erwarten Sie, dass Großkonzerne Millionen für dieses neue Gerät ausgeben indem Produktkataloge, Dokumentation, Schulung und andere unternehmensweite Anwendungen entwickelt werden.

Apple ist der große Gewinner mit dem iPad. Die Verlage, Videospiele-Entwickler und Großunternehmen die durch Anwendungen deren bevorzugtes Essen, Autos und Getränke vermarkten, werden genug unternehmen, damit die Nutzer mit ausreichendem Inhalt versorgt werden, um den Kauf eines iPad zu rechtfertigen. Die Seton Hill University hat bereits angekündigt, dass sie alle Studienanfänger in diesem Herbst mit einem iPad versorgen werden und anderen Universitäten erwägen ähnliche Maßnahmen.

Was wird der iPad also der Technischen Dokumentation bringen? Was wird die Einführung des iPad auf die Gemeinschaft haben, die Technische Dokumentation für Wirtschaft und Industrie, einschließlich militärischer Anwendungen entwickelt und produziert? In erster Linie wird die Einführung des iPad die Messlatte des “Look and Feel” der technischen Dokumentation höher setzen. Die Nutzer werden den Status quo nicht mehr länger akzeptieren. Die jetzt verfügbaren Werkzeuge um die Technische Dokumentation zu modernisieren, aktualisieren und neu zu erfinden sind reichlich vorhanden, mächtig und bereit eingesetzt zu werden.

Die meisten der Anwendungen in der Technischen Dokumentation bauen auf einer Variante von XML auf, und die meisten Datenkonvertierungsfirmen sind Experten im Erstellen von Anwendungen und Produkten die in der XML-Welt arbeiten. Wenn Ihre Organisation mit DocBook arbeitet, dann ist der Weg zu EPUB unkompliziert. Hoffentlich arbeitet Ihr Unternehmen mit Inhalten in einer präsentationsneutralen Form, welches die logische Struktur des Inhalts erhält, und das dann in einer Vielzahl von Formaten veröffentlicht werden kann.

Klar für die Technische Dokumentatio ist, dass zukünftige Anwendungen eingebetteten Ton, Videostreaming und Funktionen wie 360-Grad-Produkt Walk-through mit Videoinhalten verlangen werden. Denken Sie für einen Moment über die Reparaturanleitung für einen Panzer nach: Wie viel anschaulicher würde es sein, wenn Video und Audio in verschiedenen Seiten eingebettet würden? Es eröffnet sich eine aufregende neue Welt und ich denke, dass viele der künftigen Technischen Dokumentationsprojekte Multimedia-Funktionen verwenden werden.

Der iPad und die Software-Tools bieten eine ausgezeichnete Gelegenheit kreativ zu werden. Die Einführung von Multimedia E-Books ist ein Beispiel, wo wir mehrere Formate, Hardware und Software haben. Die Entwickler haben jetzt viele Möglichkeiten aufregende Produkte zu bauen.

Selbst Amazon mit ihrem bestverkauften Kindle arbeitet an einer iPad-App. Kindle Nutzer werden ihre E-Books auf dem iPad lesen können. Kindle ist der meistverkaufte E-Book-Reader bis dato, aber der iPad kann den Kindle überflüssig machen. Es war ein großartiges Tool seiner Tage, aber Apple kann es übersprungen haben.

Der Benchmark für den “Look and Feel” von technischen Publikationen wurde höher gesetzt und die Nutzer werden Bild-und Ton-Unterstützung, Interaktivität, eingebettete Kommentarfunktion und die Erschwinglichkeit von Geräten und Produkten suchen und erwarten. Verleger suchen eine neue Plattform, die Digital Rights Management und die Möglichkeit, bietet die Benutzer von einer kostenlosen Internet-Mentalität hin zu einer bezahlten Umgebung zu bewegen, und es ist meine Überzeugung, dass die Nutzer für Schnickschnack bezahlen werden.

Der iPad ist der erste in einem neuen Bereich von Tablet-Computer. Der Markt wird mit neuen Apps explodieren. Kreativität wird Sie überfluten. Die Konvergenz der Technologie die uns an diesen Punkt gebracht hat, hat lange auf sich warten lassen. Mit der Einführung des iPad sind wir auf eine neue Welt gestossen, mit einer großen Chance für Anwender, Entwickler und Firmen. Die größten Auswirkungen auf die Gesellschaft wird von Millionen kreativer und künstlerischer Personen kommen, welche Anwendungen für diese neuen Tablet-Computer bauen werden.

Der neue Tablet-Computer wird radikale Auswirkungen auf technische Unterlagen und die Datenkonvertierungsindustrie haben. Da die Technische Doku bereits XML-versiert ist, ist die zusammenarbeit mit Organisationen wie dem International Digital Publishing Forum ein Muss, um neue erweiterte Standards aufzubauen. Unabhängig von der Markupsprache die Sie heute verwenden, wird diese in Zukunft modifiziert werden, um Multimedia-Tools und Funktionen zu erhalten. Man denke nur an all die möglichen Upgrades der verschiedenen Dokumentationsprojekte, die bereits abgeschlossen sind. Da sollte für uns alle Arbeit für viele, viele Jahre vorhanden sein. Der Spaß kann beginnen…

Hier ist der Link zum Originaltext.

Diskussion

3 Kommentare für “Der iPad und die Zukunft der technischen Kommunikation”

  1. […] This post was mentioned on Twitter by iPad Deutschland. iPad Deutschland said: [iPad] Der iPad und die Zukunft der technischen Publikationen | doc-x: Übersetzung vom Original Dan Tonkery o… http://bit.ly/aRuOYD #iPad […]

    Posted by Tweets that mention Der iPad und die Zukunft der technischen Kommunikation | doc-x -- Topsy.com | Mai 17, 2010, 20:01
  2. Ein “wunderbarer” Artikel, der sich nahtlos in die aktuelle Tendenz einreiht alles, auf dem Apple drauf steht, völlig unkritisch über den grünen Klee zu loben. Sei es darum. Auch der/das (?) “magische” I-Pad, ist lediglich ein Tablet-PC ist ein Tablet-PC ist ein Tablet-PC…

    Mangels akzeptabler Eingabeschnittstellen (eine Software-Tastatur ist für Vielschreiber denkbar ungeeignet) ist ein Tablett-PC vor allem als Konsum- und nicht als Produktionsmaschine gedacht.

    Ein Tablet-PC “wird die Zukunft der Publikationen ändern und kann das transformierende Produkt für unsere Gesellschaft sein (…)”.

    Da hat die Apple PR-Abteilung aber wirklich überzogen. Nein, das wird es auf absehbare Zeit wohl nicht tun. Für die Dokumentation stellt es lediglich einen weiteren Publikationskanal dar – zugegeben mit gewissen Eigenheiten, die auf anderen Rechnern so bisher nicht genutzt wurden/werden konnten: Stichwort Multi-Touch Bedienung. Wer also das Budget für Multimedia-Dokumentationen hat und für den ein Tablet-PC ein sinnvoller Publikationskanal seiner Zielgruppen ist – unbedingt nutzen und auf der nächsten Tekom-Herbsttagung vorstellen. Sie sind möglicherweise der Vorreiter für unsere Branche! Aber bedenken sie auch den Tablet-PC in den ölverschmierten Händen des Kfz-Technikers, der sich mal eben das 3D-Modell der Hinterachse genauer heranzoomen möchte… Vielleicht ist der mit einer gut aufbereiteten ausgedruckten Zeichnung auch ganz zufrieden.

    “Was wird der iPad also der Technischen Dokumentation bringen? In erster Linie wird die Einführung des iPad die Messlatte des “Look and Feel” der technischen
    Dokumentation höher setzen. Die Nutzer werden den Status quo nicht mehr länger akzeptieren…”

    Ach wäre das schön. Das ist aber leider so unwahrscheinlich wie das Apple irgendwann Flash unterstützen wird. Spaß beiseite. Das Erscheinungsbild der Doku erfährt die
    gleiche oder eine noch geringere Wertschätzung wie die Dokumentation selbst. Die Dokumentation existiert nicht zum Selbstzweck. Sie hat immer nur eine
    dienende Funktion: zum sicheren Gebrauch eines Produktes anleiten. Auf absehbare Zeit wird das heißen: Erst kommen Entwicklung und Verkauf und
    dann kommt lange nichts und dann am Ende der Kette kommt die Dokumentation mit ihren berechtigten aber ungehörten Ansprüchen.

    Und warum ist das leider so? Weil den meisten Bedienern und Managern die Dokumentation egal ist. Niemand, aber wirklich niemand, liest rein aus Spaß eine
    Dokumentation. Selbst Redakteure, wenn man sie in einem ehrlichen Moment erwischt, geben zu, immer zuerst das Produkt auszuprobieren und erst wenn sie nicht
    mehr weiterkommen, zur Dokumentation zu greifen. Das ist menschlich und verständlich. Wenn die Dokumentation sich also nahtlos in das Produkt einfügen
    kann und wenn sie nur auf die gestellte Frage eine Antwort gibt, ist schon sehr viel erreicht, egal in welchem Endformat.

    Für bestimmte Produkte wird sich aber eine Dokumentation, die in ein Tablett-PC/Touchscreen eingebunden ist, und die deren multimediale Funktionen nutzt sicherlich vorzüglich eignen. Dies ist aber keine Frage des Publikationskanals sondern eine konzeptuelle Frage: Multimediaeinsatz, Lernkonzepte, Zielgruppenanalysen usw. Fragen, die unbedingt auf doc-x diskutiert werden sollten!

    Die Welt der technischen Dokumentation lechzt nach Offenheit und Standards, die Vergleichbarkeit und wirkliche Entwicklung in dieser Branche möglich machen.
    Dabei auf Apple zu setzen, die sich bisher in dieser Richtung eher durch Abgeschlossenheit, Zensur etc. ausgezeichnet haben ist in etwa so sinnvoll, wie einen Bugatti Veyron als Standardauto für den Vertrieb einzusetzen.

    Posted by MajorKong | Juni 20, 2010, 18:58
    • Gern las ich den guten Kommentar auf diese schlechte Bericht über DAS Ipad, welches sich wahrlich nicht als neue optische Messlatte in der technischen Dokumentation präsentieren kann sondern lediglich ein Spielzeug für den Privatanwender ist.

      Posted by Technischer Redakteur | September 2, 2010, 11:09

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