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Neue Maschinenrichlinie und die Zuliefererdokumentation

Ich glaube alles sollte es nun bekannt sein, dass am 29.12.2009 die neue Maschinenrichtlinie 2006/42/EG (nMRL) in Kraft tritt. Wahrscheinlich sind die meisten Unternehmen wie die Verrückten daran ihre Dokumentation auf Vordermann zu bringen; haben aber etwas ganz wichtiges vergessen und zwar die Zuliefererdokumentation.
Gehörst Du nicht dazu? Sind Deine Lieferanten informiert worden und die Lieferspezifikationen angepasst worden, so dass ab Januar 2010 alle Dokumente nach nMRL geliefert werden müssen?

Falls ja, dann musst Du hier nicht mehr weiterlesen; wenn nein, dann folgen hier die nötigen Informationen zur Umsetzung
ordner-300x300In der nMRL im Bereich Dokumentation ist eine wichtige Neuerung die “unvollständige Maschine”: Vor dem Inverkehrbringen einer unvollständigen Maschine muss der Hersteller insbesondere Sorge tragen für eine Montageanleitung, eine spezielle technische Dokumentation sowie eine Einbauerklärung anstelle der bisherigen Herstellererklärung.
Dabei müssen die Montageanleitung und die Einbauerklärung der unvollständigen Maschine bis zu ihrem Einbau in die vollständige Maschine beigefügt sein. Diese Dokumente sind anschließend Teil der technischen Unterlagen der vollständigen Maschine.
Die Montageanleitung soll die genauen Bedingungen enthalten, damit die unvollständige Maschine ordnungsgemäß und ohne Sicherheitsbeeinträchtigungen mit anderen Teilen zu der vollständigen Maschine zusammengebaut werden kann.
Die Einbauerklärung soll insbesondere informieren über die Herstellerfirma und verantwortliche Person, erklären, welche Anforderungen aus der nMRL umgesetzt wurden.

Eigentlich könntest Du sagen, dass die nMRL das Problem Deiner Lieferanten ist. Da Dein Arbeitsgeber aber diese Teile verbaut, wird es aber auch zum Eurem Problem, wenn der Kunde die Maschinenabnahme wegen fehlerhafter/fehlender Dokumentation ablehnt.
Da viele Zulieferer die Technische Dokumentation eher schlecht als recht im Griff haben, ist es notwendig, dass man aktive auf diese zugeht, denn ansonsten gibt es nachher einige unangenehme Überraschungen. Klar ist mir auch, dass es jetzt eigentlich schon zu spät ist, aber eben, lieber spät als gar nie!

Somit ist ganz klar, was zu tun ist

    1. Beschaffung/Einkauf kontaktieren und auf das Problem hinweisen.
    2. Zusammen eine Lieferspezifikation an alle Zulieferer aufsetzten.
    3. Den vorherigen Text in das Schreiben integrieren (Du bis ein TR, mehr muss ich wohl nicht erklären).
    4. Eventuell noch zusätzliche Wünsche ergänzen (alles nur noch elektronisch, Deutsch und Englisch als Standard etc.).
    5. Zulieferer sollen auch mitteilen, ob sie dies bis am 29.12.09 umsetzen können, was passiert, falls sie es nicht schaffen und was mit bereits gelieferten Teilen/Komponenten passiert, die bei Deinem Unternehmen am Lager, jedoch noch nicht verbaut worden sind.

Somit hat Dein Unternehmen seine Pflicht erfüllt (falls auch die eigene Dokumentation der nMRL entspricht) und kann getrost dem neuen Jahr entgegensehen. Falls ein Zulieferer den Termin nicht einhalten kann, müsste man mit dem Rechtsanwalt das weitere Vorgehen klären, da es sonst dem eigenen Unternehmen viel Geld kosten könnte, wenn dadurch eine Abnahme/Übergabe negativ ausfällt und eine Verzugsstrafe (Pönale) fällig würde. Und eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche: In wirtschaftlich schlechten Zeiten, so wie jetzt, versuchen die Kunden alles, um den Kaufpreis zu mindern und die nMRL macht es für sie sehr einfach!

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