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Software

Windows, Photoshop, Acrobat und Co. kostenlos

Wer kennt das nicht? Überall wird gespart und man bekommt kein Budget mehr, um seine täglichen Werkzeuge zu aktualisieren oder neue Software zu kaufen, welche die Arbeit vereinfachen würde. Natürlich kann man die meisten Programme als Testversion herunterladen, aber wenn man nach 30 Tagen diese neuen Tools endlich beherrscht, ist auch schon die Testzeit abgelaufen. Dies muss aber nicht so sein. Ein schweizer PC-Magazin hat die Lösung gezeig, diesen Artikel aber wegen Leserbeschwerden wieder von der Webseite entfernt. Wir haben entschieden die Anleitung 1:1 zu übernehmen und so damit diese Informationen allen zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich hier um nichts illegales, sondern bloss die klevere Konfiguration einiger Tools.

Windows und Adobe-Produkte müssen grundsätzlich aktiviert werden, und Shareware steht nach einer kostenlosen Testphase nur noch gegen Bezahlung zur Verfügung. Diese Schranken lassen sich leicht umgehen.

Die Lösung lautet: Windows-Zweitsystem. Es eignet sich auch, um neue Windows-Software auszuprobieren. Hier bietet sich die Nutzung einer Virtualisierungs-Software an. Sie stellt einen virtuellen PC in einem eigenen Fenster zur Verfügung.

Allerdings müssen Sie sich das Betriebssystem für den virtuellen PC besorgen. Wer nur eine sichere Surf-Umgebung sucht, für den ist ein kostenloses Linux-System völlig ausreichend, das sich teilweise startbereit als virtuelles Festplatten-Image herunterladen lässt. Wenn Sie im virtuellen PC aber Windows-Software testen möchten, kommen Sie nicht darum herum, als virtuelles Betriebssystem Windows zu installieren.

Zwei Probleme

Problem 1: Nach spätestens 30 Tagen schreit das System in der virtuellen Maschine nach einer Aktivierung, um weiterhin voll funktionsfähig zu bleiben. Als Besitzer einer Windows-Lizenz sind Sie urheberrechtlich gesehen aber gar nicht verpflichtet, die Aktivierung auch durchzuführen.

Problem 2: Wenn Sie Shareware testen, funktioniert diese nur eine begrenzte Zeit lang – meist zwischen 14 und 30 Tagen, beginnend mit dem Zeitpunkt der Installation. Wenn Sie zwischenzeitlich nicht dazu kommen, das Programm ausführlich zu probieren, haben Sie nach Ablauf der Testperiode normalerweise Pech: Die Shareware lässt sich nicht mehr starten.

Eine Lösung

Die kostenlose Virtualisierungs-Software Vmware Player bietet die kuriose Option, einen virtuellen PC immer mit dem gleichen Datum zu starten. Wenn diese Option aktiviert ist, hat das den Nebeneffekt, dass sowohl Windows als auch Shareware praktisch ewig funktionieren, ohne jemals eine Aktivierung zu fordern.

Installation von Windows im virtuellen PC

Mit Vmware Player lassen sich seit Version 3.0 virtuelle PCs auch neu erstellen. Sie müssen dazu also nicht mehr auf Zusatz-Tools oder die kostenpflichtige Vmware Workstation zurückgreifen. Sie legen einfach eine Windows-Installations-DVD ein und klicken auf Create a New Virtual Machine. Der New Virtual Machine Wizard erkennt die Windows-Version, konfiguriert den virtuellen PC entsprechend und führt Sie durch die Windows-Installation. Profis können die Einstellungen individuell anpassen.

Wenn Sie Ihren Lizenzschlüssel gerade nicht zur Hand haben, lassen Sie das Feld für den CD-Key leer. Das Setup-Programm von Microsoft lässt auch ohne den Schlüssel eine Installation zu (bei XP ab SP3). Windows fordert ihn auf einem normalen PC nach 30 Tagen erneut an – bei einem virtuellen PC mit eingefrorenem Datum jedoch nicht.

Bei Windows Vista fragt Sie das Installationsprogramm, welche Edition Sie installieren möchten (zum Beispiel Home Premium oder Ultimate). Bei Windows 7 erscheint die Abfrage nur, wenn Sie zuvor eine Installations-DVD erstellt haben, auf der die Datei ei.cfg im Verzeichnis sources fehlt.

Datum einfrieren

Wenn Sie den virtuellen PC auf das aktuelle Datum einfrieren möchten, müssen Sie dem Betriebssystem als Erstes abgewöhnen, sich mit einem Atomzeitserver im Internet zu synchronisieren: Unter Vista und Windows 7 klicken Sie auf das Datumsfeld rechts unten in der Taskleiste und wählen Datum- und Uhrzeiteinstellungen ändern. Auf der Registerkarte Internetzeit wählen Sie Einstellungen ändern und deaktivieren im folgenden Dialog die Option Mit einem Internetzeitserver synchronisieren.

Unter Windows XP führen Sie einen Doppelklick auf die Zeitangabe rechts unten in der Taskleiste aus und deaktivieren direkt auf der Registerkarte Internetzeit die Option Automatisch mit einem Internetzeitserver synchronisieren. Nun folgt die Konfiguration der Datumsoption im Vmware Player: Fahren Sie Windows im virtuellen PC herunter und beenden Sie Vmware Player. Suchen Sie auf der Festplatte nach der Konfigurationsdatei des virtuellen PCs mit der Endung VMX und öffnen Sie sie in einem Texteditor, zum Beispiel Notepad. Fügen Sie am Ende der Datei die folgenden Optionen ein:

tools.syncTime = “FALSE”
rtc.startTime = “XXX”
time.synchronize.continue = “FALSE”
time.synchronize.restore = “FALSE”
time.synchronize.resume.disk = “FALSE”
time.synchronize.resume.memory = “FALSE”
time.synchronize.shrink = “FALSE”
time.synchronize.tools.startup = “FALSE”

Statt XXX tragen Sie die aktuelle Uhrzeit und das aktuelle Datum in Form eines Zeitstempels ein. Den aktuellen Zeitstempel ermitteln Sie über 4webhelp.net: Nachdem Sie in der Mitte der Seite auf Convert to a timestamp geklickt haben, erscheint er oben im Feld Timestamp. Speichern Sie die VMX-Datei und starten Sie Vmware Player. Der virtuelle Windows-PC startet jetzt immer mit dem soeben festgelegten Datum. Voraussetzung dafür ist, dass Sie Windows im virtuellen PC immer komplett herunterfahren (kein Standby-Modus) und erst dann Vmware Player beenden. Nur so wird beim nächsten Einschalten des virtuellen PCs das Datum zurückgesetzt.

Um später einmal schnell wieder einen sauberen, virtuellen Windows-PC zur Verfügung zu haben, sollten Sie direkt nach der Windows-Installation und den beschriebenen Anpassungen eine Kopie des Verzeichnisses anlegen, in dem die Dateien des virtuellen PCs liegen. Standardmässig liegt es unter Eigene Dokumente, Virtual Machines.
Um bei Bedarf den frischen Grundzustand wiederherzustellen, löschen Sie den Inhalt des Original-Verzeichnisses und kopieren die Dateien des Duplikats hinein.

Fazit

Wie Sie sehen, haben Sie nichts illegales getan. Sie haben die Software legal installiert und betreiben diese im Evaluierungsmodus. Was Sie getan haben, ist bloss einen Player konfiguriert, was aber auch legal ist, denn es liegt an Ihnen, mit welchem Datum Sie arbeiten…

Viel Spass!

Diskussion

Ein Kommentar für “Windows, Photoshop, Acrobat und Co. kostenlos”

  1. “Wie Sie sehen, haben Sie nichts illegales getan.” – So ein Unsinn! Schon mal was von Lizenzbedingungen gehört? Eine Testversion ist eben NICHT dazu bestimmt, ewig zu funktionieren. Dass es doch funktioniert, macht es noch lange nicht legal.

    Posted by Marcus | September 17, 2010, 17:09

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