// du liest...

Web

Zuhause sicheres Internet für Ihre Kinder

Eltern haben es heutzutage wegen oder trotz des Internets nicht wirklich leichter. Natürlich können wir dort viel Wissen nachschlagen und auch die eine oder andere Zusatzaufgabe für unsere Kinder finden. Leider wissen wir aber auch, dass das Internet eine Schattenseite hat, die man den Kindern so spät wie möglich verfügbar machen will. Kann ich als pflichtbewusste Eltern da überhaupt etwas machen und falls ja, kostet das etwas? Die schnelle Antwort auf die zwei Fragen ist: Ja und Nein!

 

Das Prinzip

Die Lösung wäre ganz einfach: Nur einen Computer zuhause haben und diesen an einem öffentlichen Ort, vorzugsweise dem Wohnzimmer, aufstellen. Somit hat man gut unter Kontrolle, was die Kinder gerade am Computer machen. Das hat vielleicht noch vor fünf Jahren gereicht, aber heute, wo jedes zweite Kind ein eigenes Smartphone, Tablet oder Computer in seinem Zimmer hat, ist dies illusorisch.
Es gibt einige Sicherheitslösungen, sogenannte Kindersicherungen, die entweder auf jedem einzelnen Gerät separat installiert werden müssen, kostenpflichtig sind und vor allem für die iOS-Geräte (iPhone, iPod Touch und iPad) gar nicht verfügbar sind.
Eine gute Unterstützung sind auch Kinderkonten, die bei Microsoft Windows, wie auch bei Apple OS X verfügbar sind. Diese sollten Sie auch unbedingt für die Kinder einrichten und nicht die Kinder mit dem Eltern-, oder noch schlimmer mit dem Admin-Konto an den Rechner lassen. Sie wissen gar nicht, was Ihre Kinder bewusst oder auch unbewusst vom Internet herunterladen und installieren!
Die einzig brauchbare Lösung ist, wenn man jeden einzelnen Zugriff auf das Internet kontrolliert und steuert. Dies muss automatisch passieren und nicht jedes Mal die Freigabe der Eltern beanspruchen. Nur so funktioniert es und egal welches Gerät verwendet wird; nur so können Sie die Jungmannschaft abends mit ruhigem Gewissen noch ein paar Videoclips im Zimmer schauen lassen.

Die Grundlagen

Was wir nun wollen, ist alle Internetzugriffe über eine zentrale Stelle prüfen und freigeben zu lassen. Natürlich könnten Sie Sperrlisten auf Ihren Geräten anlegen, aber dann wären Sie immer einen Schritt zu langsam und ich kann Ihnen versichern, dass Sie nie die Tausenden von Webseiten erfassen werden, die Sie sperren möchten. Zudem will ich meinen Kindern auch eine gewisse Privatsphäre lassen und nicht in ihrem Surfverhalten schnüffeln, solange ich sicher bin, dass die verbotenen Webseiten gar nicht angezeigt werden. Dies erreichen wir, indem Sie bei Ihnen zuhause die DNS-Adressen auf die Kindersicherung von OpenDNS umleiten. Keine Angst, Sie holen dadurch weder Viruse, noch die NSA auf Ihre Geräte und ich erkläre Ihnen auch gleich, wie es geht.
Das DNS ist so etwas wie das Internet-Telefonbuch. Jede Webseite hat einen Namen und eine eindeutige Internet-Adresse. Der Name lautet zum Beispiel http://buchwiesen.elternmitwirkung.info/ die eindeutige Internet-Adresse des Servers dazu lautet: 80.74.159.65. Somit weiss dann der Browser wohin er eine Anfrage schicken muss. Ein DNS-Server macht also nichts, ausser die zwei Werte zu verwalten und die Anfragen jeweils auf die richtige Internet-Adresse umzuleiten. Ausser, dass in dem Fall OpenDNS ganz viele Seiten für Kinder gesperrt hat und die Anfragen eben nicht auf die verbotenen Webseiten schickt.
Zuhause sind Sie durch einen Router mit dem Internet verbunden. Sei der Router im Modem des Internetanbieters integriert oder in einem anderen angehängten Gerät im Einsatz. Wichtig ist für die nun zu tätigende Einstellung das Gerät, das die internen IP-Nummern vergibt (jedes Gerät in Ihrem (Haus-)Netzwerk bekommt einen eindeutige IP-Adresse (Nummer) zugewiesen). Bei mir ist es zum Beispiel ein WLAN-Router. Für die automatische Verteilung der IP-Adressen wird ein sogenanntes DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) verwendet. Diesen müssen Sie in den Online-Einstellungen des Routers finden und dort manuell die von OpenDNS angegebenen DNS-Adressen (z.B. 208.67.220.123 und 208.67.222.123) eingeben. Falls dies hier zu schnell ging: Eine schrittweise Anleitung dazu erhalten Sie auf der Webseite von OpenDNS. Leider ist alles auf Englisch, ich habe Ihnen aber am Schluss noch einen Link mit der deutschen Google-Übersetzung hinzugefügt.

Was schützt es

Das Gute an einer Lösung wie OpenDNS ist, dass man dadurch alle Geräte im Haushalt schützen kann. So spielt es keine Rolle, ob der Sprössling am PC sitzt oder sich das Mobiltelefon der grossen Schwester geschnappt hat. Es spielt auch keine Rolle, mit welchem Programm oder App auf das Internet zugegriffen wird; alle Daten gehen über den DNS-Server von OpenDNS und somit werden alle Zugriffe auf das Internet geprüft und bei Bedarf gesperrt.

Mit dieser Lösung kann ich auch einem Besuch oder dem Nachbarskind mit gutem Gewissen einen zeitlich begrenzten Zugriff auf mein WLAN geben (Stichwort: Gästezugang).
Apropos zeitlich begrenztem Zugriff: Auch hier sollten Sie, falls bei Ihrem WLAN-Zugriffspunkt die Möglichkeit besteht, einen Zeitplan aktivieren. So sollten aus meiner Sicht 10-jährige Kinder nach 21 Uhr und bis 8 Uhr Morgens ganz sicher kein Internetzugang haben. Diese Einstellungen können in der Regel sogar für jedes Gerät einzeln definiert und gesteuert werden (über die MAC-Adresse des Gerätes). Schauen Sie dazu mal das Handbuch Ihres Routers und/oder WLAN-Zugangspunkt an.

Datenschutz ade?

OpenDNS ist aus den USA und alle DNS-Abfragen werden über die USA geleitet. In Zeiten nach dem NSA-Skandal kann dies einem äusserst problematisch vorkommen, aber egal wo man ins Internet geht oder welche Server man aufruft, Daten werden immer gesammelt. Es ist unwichtig, ob Sie einen DNS-Server von OpenDNS, Google oder den von Swisscom benutzen. Alle registrieren Ihr Surfverhalten und somit müssen Sie mit der Lösung von OpenDNS nicht mehr Angst haben, als wenn Sie den Standard-DNS des Rechners verwenden. Und wenn Sie das nicht wollen, müssen Sie Ihren eigenen DNS-Server zuhause laufen lassen…
Falls Sie Ihre persönlichen DNS-Abfragen nicht über die USA machen und nur den Zugang der Kinder beschränken wollen, dann sollten Sie den folgenden Abschnitt genau lesen.

Wie kann man es für einzelne Rechner umgehen?
Es kann gut sein, dass man bei Geräten von erwachsenen Personen den vollen Internetzugriff belassen will. Dies kann man machen, indem man auf diesem Rechner bei der Netzwerkverbindung manuell die „Public DNS“ von Google einträgt. Somit wird die Einstellung im Router übersteuert. Detaillierter will ich das hier nicht beschreiben, da ich den Kindern nicht so einfach eine Lösung zum Umgehen liefern möchte. Solange die Kinder aber abgeriegelte Kinderkonten haben, sollten sie auch nicht die Netzwerkeinstellungen ändern dürfen.
Falls man nicht über Google und die USA gehen möchte, dann ergibt auch die Suche nach „Public DNS Server Switzerland“ eine grosse Liste von möglichen DNS-Servern. Aber Achtung: Ich verwende die DNS-Server von Google, da diese am schnellsten und aktuellsten sind. Bei den anderen DNS-Servern kann man dies nicht garantieren.

Fazit

Natürlich ist dies vorgeschlagene Variante der Kindersichtung für informatik-begeisterte Teenager irgendwann kein Hindernis mehr. Jedoch ist die beschriebene Variante mit OpenDNS eine schlanke Sache, die zwar kostenlos ist, trotzdem aber alle Geräte im Haushalt absichert. Trotzdem ist es wichtig, dass man sich nicht nur auf die eine Möglichkeit von OpenDNS verlässt, sondern auch Möglichkeiten der Betriebssysteme ausschöpft. Erst dann ist eine wirkliche Sicherheit gewährleistet

 

Link

OpenDNS – Englisch
OpenDNS – Von Google übersetzt

Diskussion

Ein Kommentar für “Zuhause sicheres Internet für Ihre Kinder”

  1. tolle hilfe

    Posted by semper | Juli 8, 2014, 09:50

Antworten auf semper

 

April 2014
M D M D F S S
« Feb   Jan »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930  

Geplante Artikel